Die Geschichte Rauensteins
Am Fuße bewaldeter Berge, eingebettet in ein kleines Waldtal, liegt unser Ort mit dem recht eigentümlichen Namen "Rauenstein".
Der Ort erhielt seinen Namen von der Burg deren letzte Überreste droben im Waldesschatten an eine 600 jährige Vergangenheit erinnern. Im Jahre 1342 wurde sie von dem Schaumburger Rittergeschlecht als Wehrburg erbaut. Nach und nach nahm sie das Gesicht eines Raubritternestes an.
Öfters zerstört und wieder aufgebaut, fiel sie dann endlich den Wirren des 30 jährigen Krieges zum Opfer.
Die Burg war aus rauhem Felsgestein aufgebaut. Vielleicht erhielt sie davon und auch später dann die Ortschaft ihren Namen, jedoch auch auf andere Weise ließe sich die Namensentstehung "Rauenstein" noch erklären.
Die ersten Bewohner Rauensteins waren leibeigene Bauern, die für die Burgherren mühsam den steinigen Äckern die kümmerlichen Erträgnisse abringen mussten. Auch die kurze Zeit, in der um 1500 am Grümpenflusse Gold ausgewaschen wurde, vermochte das traurige Los der Ortsbewohner nicht zu verbessern. Kriege, Überschwemmungen und Hungersnöte wechselten in rascher Folge ab und zwangen die Bewohner dazu, ein Halbnormadendasein zu führen.
Im Winter fertigten sie zunächst hölzerne Küchengeräte an. Später, um 1750, begann man dann mit der Herstellung der ersten hölzernen Puppen, den "Docken". Im Sommer aber wanderten die Männer bis hinauf in den Harz und verdingten sich dort als landwirtschaftliche Arbeiter.
Das Jahr 1784 brachte dann eine Wende. Die Porzellanindustrie nahm - über die Berge Lauscha kommend -ihren Einzug in Rauenstein.
Seitdem ist Rauenstein ein kleiner Industrieort. Krisen, Kriege, Inflation und Arbeitslosigkeit warfen ihre furchtbaren Schatten auch über diesen stillen Waldort und forderten erbarmungslos und hart aus so mancher Familie ihre Opfer. Auch das Porzellankunsthandwerk, wurde ein Opfer dieser Entwicklung.
Trotz all dieser bitteren und notvollen Ereignisse haben die Rauensteiner Bewohner nie den Mut verloren.
Rastlos schafften die Wäldler und verwandelten so im Laufe der Zeit das finstere, unwirtliche Antlitz unserer Gegend.
Dort, wo einst armselige, vereinzelte Behausungen standen, liegt heute das schmucke Rauenstein inmitten einer herrlichen Umgebung.
Der große thüringische Wandersmann August Trinius nannte sein geliebtes Rauenstein immer nur "die Perle Südthüringens".
Heute suchen alljährlich weit mehr als tausend Menschen in den stillen Bergen Erholung und Entspannung.





