Gedicht: Mein Rauenstein
Mein Dörflein dort im trauten Tal,
Umrauscht vom Tannenwald.
Wie grüß ich dich viel tausendmal,
Mein Sehnen dir nur galt.
Mir rauen´s deine Wälder zu,
Mir sagt´s der Sonnenschein:
Nur in der Heimat wohnt die Ruh`,
In dir mein Rauenstein'
Wie traut winkt deine Burg mir zu
Aus grüner Waldespracht
Das Kirchlein dort in heil´ger Ruh,
Es hält wohl stille Wacht!
Und aus dem Walde ruft´s zurück,
Dring mir ins Herz hinein:
Nur in der Heimat wohnt das Glück,
In dir mein Rauenstein!
Und bin ich einst vom Wandern müd`,
So lasst mich schlafen gehn.
Zuvor lasst mich mein Heimattal
Ein einzigmal noch sehn.
Dann nehm` ich wohl das liebe Bild
Mit ins Grab hinein:
Dann werd` ich schlafen so sanft und mild.
Leb wohl, mein Rauenstein.
A. Reppold; 1932





